Marco, Du hast die letzen Wochen für die „Akte Golgatha“ vor der Kamera gestanden.
Kannst Du uns kurz erzählen, worum es in dieser Geschichte geht ?
Die Geschichte ist ein Action-Abenteuer im Stil von Dan Brown. Man kennt ja vielleicht Illuminati. Es geht im Grund darum, dass wir auf der Suche nach dem Grab von Jesus Christus sind. Das wissen wir aber am Anfang noch nicht, weil wir den Spuren folgen, die der Vater meiner Partnerin gelegt hat und uns wie eine Schnitzeljagd durch die Weltgeschichte treibt, um eben dieses Fundstück zu finden, was der Kirche nicht gefallen wird, wenn wir’s denn finden. Deshalb werden wir unterwegs von fundamentalistischen Gruppen immer wieder in Bedrängnis gebracht, die verhindern wollen, dass wir auf dieses Fundstück, die Akte Golgatha, kommen, die den Beweis sozusagen antritt, dass Jesus Christus doch nicht in den Himmel aufgefahren ist.
Wird hier die Kirche bzw. der Glaube in Frage gestellt ?
Nein. Die Kirche kommt am Ende dabei nicht schlecht weg. Es wird natürlich mit den Dingen gespielt, die man so auf die Religion bezieht. Viele Sachen, die eher dem Glauben als dem Wissen unterworfen sind. Wo natürlich Raum für Spekulationen besteht. Vieles, was in der heiligen Schrift steht ist interpretationsbedürftig. Es ist ja auch die Quelle von Dan Brown, wo man immer wieder neue Geschichten spinnen kann, wie es denn sein könnte.
Wobei niemand weiß, wie es ist. Es wird im Grunde mit Spekulationen und Möglichkeiten gespielt. Genau das, haben wir hier auch gemacht.
Es war eine superspannende Geschichte. Wir haben in München angefangen zu drehen, sind dann kurz nach Österreich. Dann nach Malta, 2 Wochen, Rom, Turin, in die Turiner Berge, dann zum Toten Meer und nach Jerusalem.
Das war eigentlich schon meine nächste Frage. Es wurden verschiedene internationale Schauplätze angepeilt. In der kurzen Drehzeit von knapp 6 Wochen. War das nicht stressig ?
Das war superstressig. Aber es war ein positiver Stress. Wenn ich jetzt zurückblicke war das eine tolle Anstrengung. Aber vor Ort ist man natürlich an die Grenzen gegangen. Wir haben auch in einem 6-Tage-Wochen-Takt gedreht. Das heißt wir hatten immer nur einen Tag frei und auch an den Tagen haben wir noch arbeiten müssen.
Dann war es zumindest in Israel so, dass es dort von der Tageszeit sehr eng begrenzt war.
Da wird es um halb 5 hell und um halb 5 dunkel. Das bedeutete, wenn wir irgendwo hinfahren wollten, mussten wir um 3 Uhr aufstehen, damit wir ab halb 5 drehen konnten. Wir hatten ja fast nur Außenmotive und da braucht man jeden Sonnenstrahl. Danach war einfach nichts mehr möglich. Das war ein relativ eng gestrickter Drehplan, wo relativ viel Programm untergebracht werden musste.
Hat man bei soviel Drehstress noch Zeit, sich die Gegend ein wenig anzuschauen ?
Bei so einer Produktion wird ja alles immer nachgeschickt. Alle Requisiten wurden auf Fähren zum Teil nach Malta, von Malta nach Rom, mit dem Bus wieder nach Turin und von da mit dem Flugzeug gebracht. Bis das alles da ist und bis alles am neuen Drehort wieder produktionstechnisch installiert war, vergingen immer ein bis zwei Tage. Und an diesen Tagen gab es, zumindest für uns Schauspieler und einem großen Teil des Teams, die Möglichkeit, sich eine Stadt anzuschauen.
So konnte auch die Familie nachkommen. Katja und Niklas waren sowohl auf Malta , als auch in Rom. Wo man dann einfach mal 2 Tage hatte, die nicht drehtechnisch besetzt waren.
Insgesamt haben wir 16 x die Koffer ein- und ausgepackt.
Kanntest du die einzelnen Schauplätze, die ihr besucht habt ?
In Rom war ich vorher schon 2 Mal mit Katja. Ich finde ja, eine Wahnsinnsstadt. Es ist nach wie vor eine totale Lieblingsstadt von mir. In Turin war ich zuvor noch nie und war total überrascht, wie schön diese Stadt ist. Und Israel kannte ich auch noch nicht.
Jerusalem ist ja der Schmelztiegel der Kulturen und Religionen. Das religiöse Disneyland dieser Welt, wo du an jeder Ecke etwas anderes siehst.
Kanntest du das Buch „Die Akte Golgatha“ von Vandenberg ?
Das Original kannte ich nicht und kenne ich auch nicht
Du warst vor dem Dreh für RTL noch für das ZDF in Bochum vor der Kamera. Das heißt, du warst gut 2 Monate nicht zu Hause. Wie ist das zu Hause ? Vermisst Niklas seinen Vater nicht ?
Und wie schaltest du in den Drehpausen ab ?
Er fragt jetzt natürlich schon ganz anders nach, als noch vor ein paar Jahren, als er es nicht einordnen konnte. Jetzt kriegt er das alles mit, nimmt Zeitabläufe wahr und weiß, wenn ich längere Zeit nicht da bin.
Abschalten geht, bedingt. Ich muss sagen, in den 2 Tagen in Rom oder auch auf Malta ging es ganz gut, dadurch das Niklas und Katja kamen. Das holt mich ein bisschen da raus.
Aber die restliche Zeit war man von morgens bis abends in dem Fall mit drin. Es war nicht viel anderes möglich. Man ist abends nach Hause gekommen, hat schnell was gegessen, auch im Team, wo man so den Tag Revue passieren lässt und über den nächsten Tag spricht. Dann geht man ins Bett.
Es war wirklich ein Superteam, dass da zusammengearbeitet hat, wir sind morgens einfach gerne ans Set gekommen und das hilft.
Du wirst ja nun, durch die beiden Drehs bedingt, bei der Soko Leipzig für drei Folgen
Nicht dabei sein. Wie kommt man dir in dieser Sache entgegen ?
Es gibt eine Vereinbarung. Wenn andere Projekte kommen, nimmt man Rücksicht innerhalb der Produktion und versucht, dir das zu ermöglichen.
Muss dafür eine Folge dann umgeschrieben werden ?
Nein. Ich wusste schon relativ früh von der Geschichte für RTL. Früh genug, um zu reagieren. So ist das immer. Wenn das einen Monat vorher passiert wäre, dann wäre das Kind in den Brunnen gefallen. Dann kannst du das nicht mehr machen, weil bereits alle Bücher geschrieben sind
Seid ihr schon wieder beim Dreh ?
Ja, seit dem 9. November sind wir wieder dabei. Bis Mitte, Ende Dezember. Danach
Haben wir Urlaub, bis es dann Ende Januar 2010 weitergeht.
Vielen Dank, Marco, für die Zeit, die Du Dir genommen hast.
Ich wünsche Dir, auch im Namen der Fanpage, für die Zukunft alles Gute.
Elke Birtner, 11.Nov. 09